Keine Information in Gorleben - Das sieht düster aus Keine Information in Gorleben - Das sieht düster aus (Foto: Jürgen Stemke)

Im Wendland. Castortransport.

Jürgen Stemke, Vorsitzender der Piratenpartei Wolfsburg und Mitglied des Landesvorstands der Piratenpartei Niedersachsen und der AntiAtomPiraten, hat mit zahlreichen Piraten den friedlichen Protest im Wendland unterstützt und mit den Menschen vor Ort gesprochen.

Jürgen Stemke bei der Sitzung der Berliner Piraten-Fraktion in einer Werkstatt in der Nähe des Castor-Verladebahnhofs in Dannenberg. Foto: Philip BrechlerJürgen Stemke bei der Sitzung der Berliner Piraten-Fraktion in einer Werkstatt, 500 Meter entfernt vom Castor-Verladebahnhof in Dannenberg. Foto: Philip Brechler

Die Piraten sind am Freitag angereist und haben ihr Lager keine 500 Meter vom Castor-Verladebahnhof in Dannenberg aufgeschlagen. Eine Autowerkstatt diente als Basis. Hier haben die Piraten eine Mahnwache eingerichtet.

Jürgen Stemke wurde von einer dannenberger Familie aufgenommen, die fest in den 30-jährigen Protesten des Wendlands verankert ist. Mit dieser hat er wertvolle Gespräche geführt und am Samstag die friedliche Gleisbesetzung bei Harlingen besucht. Auch einige Mitglieder der Piratenpartei wurden dort von der Polizei eingekesselt und erst am späten Sonntag Nachmittag wieder frei gelassen.

Die Fraktion der Berliner Piraten tagt in einer Werkstatt, 500 Meter vom Castor-Bahnhof entfernt. Die Sitzung wird dabei ins Internet übertragen. Foto: Jürgen StemkeDie Fraktion der Berliner Piraten tagt in einer Werkstatt, 500 Meter vom Castor-Bahnhof entfernt. Foto: Jürgen Stemke
Die Radioaktivität der Sitzung liegt im Bereich der natürlichen Strahlung. Foto: Philip BrechlerDie Radioaktivität der Sitzung lag im Bereich der natürlichen Strahlung. Seit Fukushima messen die Berliner Piraten jede Sitzung. Foto: Philip Brechler

Von Samstag an war die Fraktion der Piraten aus dem Berliner Abgeordnetenhaus zu Gast und hat am Sonntag eine Fraktionssitzung auf der Mahnwache der Piraten abgehalten. Jürgen Stemke hat den Piraten aus Berlin einen Forderungskatalog mit Handlungsempfehlungen zum Umgang mit den erhöhten Strahlenmesswerten am Zwischenlager Gorleben vorgelegt. Die Berliner Abgeordneten haben sich diesen Forderungen vollumfänglich angeschlossen.

„Wenn in Gorleben höhere Werte gemessen werden als man erwartet, die zudem wahrscheinlich die Eingreifwerte oder Grenzwerte überschreiten, dann muss die Ursache dieser erhöhten Werte gefunden und behoben werden. Eine weitere Einlagerung ist bis zur Klärung nicht zu verantworten.“, greift Jürgen Stemke Niedersachsens Regierung scharf an. „Dass Niedersachsen hier verantwortungslos und möglicherweise rechtswidrig handelt, belegt auch der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages in einer entsprechenden Ausarbeitung.“, so der Energieexperte der Piraten weiter.

Die Messstation von Greenpeace am Castor-Verladebahnhof in Dannenberg. Im Hintergrund wird gerade ein Castorbehälter vom Zug auf einen LKW umgeladen. Foto: Jürgen StemkeDie Messstation von Greenpeace am Castor-Verladebahnhof in Dannenberg. Im Hintergrund wird gerade ein Castorbehälter vom Zug auf einen LKW umgeladen. Foto: Jürgen Stemke

Neben den Piraten hat auch Greenpeace eigene Messungen zur Strahlungsbelastung der Castor-Behälter durchgeführt. Hier ließ sich Jürgen Stemke die Messung von Neutronenstrahlung erklären. Insgesamt lagen die Messergebnisse in etwa 20 Meter Entfernung zum Castor zehn bis zwanzigfach über dem Normalwert.

„Ich habe einen Polizeibeamten gebeten, ob er nicht mit unserem Messgerät eine Messung aus kürzerer Distanz durchführen möchte. Der Beamte wollte zwar, hat sich aber aufgrund der Anwesenheit seines Vorgesetzten schließlich doch nicht getraut, eigene Messungen vor zu nehmen. Dass Polizeibeamte im Dienst hier Repressionen fürchten, wenn sie eigene Messungen zur Strahlenbelastung vor nehmen, denen wir sie aussetzen, halte ich für sehr bedenklich.“, so Jürgen Stemke nach seinem Besuch des Verladebahnhofs.

Kamera: Jürgen Stemke

„Insgesamt waren es sehr spannende und lehrreiche vier Tage im Wendland. Ich habe viele interessante Gespräche geführt, mit Anwohnern, Demonstranten und den Einsatzkräften der Polizei. Wie sich hier ein ganzer Landstrich friedlich gegen die Staatsgewalt wehrt und sich für die eigenen Interessen einsetzt ist ein beeindruckendes Beispiel demokratischen Widerstands und einer verfehlten Energiepolitik.“, fasst Jürgen Stemke seine Erlebnisse im Wendland zusammen.

„Die Energiewende muss auch und vor allem auch auf kommunaler Ebene aktiv voran getrieben werden. Konzepte, die auf montane Energieträger setzen sind überholt, die beherrschende Macht der Energieriesen muss gebrochen werden. Das bedeutet auch, dass sich die Energieversorgung Wolfsburgs dem Einfluss des Energieriesen E.ON entziehen muss und Konzepte zur Selbstversorgung der Stadt vorangetrieben werden müssen.“

Nach der Fraktionssitzung haben die Piraten mit Fahrrädern den Widerstand und den Einfluß der Atomtransporte in der Umgebung erfahren. Foto: SchlueriNach der Fraktionssitzung haben die Piraten mit Fahrrädern den Widerstand und den Einfluß der Atomtransporte in der Umgebung erfahren. Foto: Schlueri
Aus dieser Straße muss er kommen: Die Ausfahrt vom Verladebahnhof in Dannenberg, kurz vor der Abfahrt des Castor-Transports. Foto: Jürgen StemkeAus dieser Straße muss er kommen: Die Ausfahrt vom Verladebahnhof in Dannenberg, kurz vor der Abfahrt des Castor-Transports. Foto: Jürgen Stemke
Das Erkundungsbergwerk in Gorleben. Die Informationstafel spricht Bände. Ohne Worte. Bild: Jürgen Stemke.Das Erkundungsbergwerk in Gorleben. Die Informationstafel spricht Bände. Ohne Worte. Bild: Jürgen Stemke.

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