In der Asse, mit den Händen in der Tasche macht man nur ein dummes Gesicht. In der Asse, mit den Händen in der Tasche macht man nur ein dummes Gesicht. (Foto: Jürgen Stemke)

Machen statt labern – Ein Asse-Rant

Zunächst ein Rant, im Anschluss mehr Infos vom Asse-Infoabend 2012-09-25 in Wolfenbüttel

Die Bürger sind entsetzt, wie langsam es bei der Rückholung des Atommülls aus der Asse voran geht. Man bekommt den deutlichen Eindruck, man will nicht, dass es schnell geht. Jedes Jahr das man länger braucht, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Zeug drin bleibt (und auch niemand erfährt, was wirklich drin ist).

Die Landesregierung Niedersachsens und der neue Bundesumweltminister haben uns versprochen, das Zeug schnell da raus zu holen. Allein, man sieht nichts.
Herr McAllister, Herr Altmaier, machen statt labern!

Wir haben erfahren, die Planungen gehen auch deshalb so langsam voran, da es an Personal fehlt, die Planungen durchzuführen. Jetzt soll zwar aufgestockt werden, es wurde aber weniger Personal und für dieses weniger Budget genehmigt, als beantragt. Herr Altmaier, sie haben den Menschen vor Ort versprochen, am Geld wird es nicht scheitern.
Herr Altmaier, machen statt labern!

Wir haben erfahren, dass seit 2010 klar ist, dass Schacht 5 her muss. Der Bau an zwei Stellen im Naturschutzgebiet ist bereits genehmigt, die Bohrstellen sind gerodet. Allein, man sieht keine Arbeiten und die Stellen verwildern wieder. Warum? Weil eine europaweite Ausschreibung zur Planung gemacht wird. Diese soll mehrere Jahre dauern. Dann soll das Bohren ausgeschrieben werden. Trotz Beschleunigung soll der Schacht erst 2025 fertig sein. Schnell geht anders und dass es anders geht, zeigt die Industrie.
Herr McAllister, Herr Altmaier, machen statt labern!

Michael Seiler, der Vorsitzende der Entsorgungskommission sagt ganz klar, bei der Asse ist Gefahr im Verzug. Warum, Herr Altmaier, Herr McAllister, warum muss man bei Gefahr im Verzug jeden einzelnen Schritt der Rettungsmaßnahme ausschreiben!? Wenn ein GAU passiert, machen wir dann auch erst eine Ausschreibung? Was ist billiger zu bewerten, die Gefahr jetzt ein paar Euro zuviel zu bezahlen, oder morgen den Müll der Asse im Grundwasser zu haben? Herr Altmaier, Sie haben den Menschen ins Gesicht versprochen, man wird alles mögliche tun, um den Müll schnell heraus zu holen.
Herr Altmaier, machen statt labern!

Herr Altmaier, ihr Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit, Gerald Hennenhöfer glaubt nicht an die Rückholung – und das schon immer. Wie kann ein solches Projekt gelingen, wenn wichtige Schlüsselpositionen mit Leuten besetzt sind, die nicht an das Ziel glauben!? Sie widersprechen Herrn Hennenhöfer, aber das war’s. Bremser können wir hier aber nicht gebrauchen!
Herr Altmaier, machen statt labern!

Frau Merkel ist mit verantwortlich für den Zustand der Asse. Sie war schon in den 90er Jahren über den Handlungsbedarf informiert. Frau Merkel macht auch nichts.
Frau Merkel schweigt.

Jürgen Stemke

Infos aus der Infoveranstaltung vom 2012-09-25 (Notizen)

Fachworkschop Asse – Infoveranstaltung 2012-09-25
Workshop zu Beschleunigungspotential der Rückholung

Es gibt 3 Arbeitskreise

  • AK 1: Faktenerhebeng und Notfallvorsorge
  • AK 2: Schacht 5 und Infrastruktur
  • AK 3: Zwischenlager und Bergungstechniken

Ergebnisse AK 1

  • Faktenerhebung ist notwendig, um Erkenntnisse zu gewinnen
  • Geschwindigkeit ist abhängig von der Stabilität und Sanierngsnotwendigkeiten und von den gewonnenen Erkenntnissen
  • Beschleunigung wäre ggf. möglich, durch Reduzierung der notwendigen Bohrungen
  • Notfallvorsorge schafft Voraussetzung für die Rückholung
  • Kammer 12 von oben anbohren, dann kann unten gleichzeitig Notfallvorsorge betrieben werden
  • Gegebenenfalls ist es grundsätzlich eine bessere Idee, die Kammern von oben zu öffnen, so das Bergwerk das ab kann (Stabilität). Das vermeidet die Probleme mit dem Bitumen beim Bohren.

Ergebnisse AK 2

  • Schacht 5 sollte früher fertig gestellt werden, dann könnte man früher Bergung erproben. Problem, man bräuchte dann auch schon das Zwischenlager
  • Schacht 5 kann sofort begonnen werden
  • Planung nach Bergerecht, Anforderungen von Atomrecht schon berücksichtigen. Vorbild: Schacht Konrad.
  • Infrastruktur für Schacht 5 könnte auch von Schacht 2 aus geschaffen werden. D.h. man könnte den Schacht anbinden, bevor und während dieser fertiggestellt wird. Ideal: Infrastruktur wird gleichzeitig mit Schacht 5 fertig.
  • Offene Fragen: Stabilisierung der Südflanke und verbleib des Abraums.

Zeithorizonte wurden nicht genannt.

Ergebnisse AK 3

  • Bei der Erstellung des Zwischenlagers ist eine Beschleunigung möglich
  • Risiken: Finanzieller Art, durch zu schnelle Planung und durch mögl. Änderungen durch nicht vorhergesehene Ergebnisse und Ereignisse
  • Aber Genehmigungsverfahren birgt die Gefahr der Verzögerung, wenn kein Asse-Naher Standort möglich ist. -> man sollte mehrere Standorte Vorauswahlen, damit man ggf. schnell einen anderen Standort wählen kann.
  • Beschleunigung potentiell zum Start der Planung der Rückholung ist hoch, die Pläne müssten dann jedoch ggf. wieder angepasst werden, je nach neuer Faktenlage.

Fazit

Insgesamt scheint eine Beschleunigung der Planungen um mehrere Jahre möglich, ggf. sogar bis zu 10 Jahre. Die Prüfung der kritischen Pfade ist nicht abgeschlossen. Das bedeutet nicht, dass 10 Jahre früher zurück geholt werden kann. Derzeit kann frühestens mit Fertigstellung von Schacht 5 zurück geholt werden, da man den Müll nicht durch den vorhandenen Schacht 2 ausfahren möchte, um das Personal nicht zu gefährden.

Planung des Terminplans soll bis Ende des Jahres aktualisiert sein.

Wann genau rückgeholt werden kann, ist unklar. Der Schacht 5 wird nach derzeitigen Planungen erst 2025 fertig. Über den vorhandenen Schacht 2 will man nicht bergen, da dieser für den Transport von Personal genutzt wird.

Weitere Themen eines Folgetermins, 2012- 11- 20/21:

  • Strahlenschutz
  • Notfallvorsorge

@JottEs auf Twitter

Auf Twitter habe ich Kommentare aus der Fragerunde festgehalten:

Twitter zum Asse-Infoabend

Ein Kommentar

  1. 1

    Tja, damit aktiv anzufangen hieße ja, sich mit dem Atommüllproblem, mit Atomausstieg und Endlagerfrage auseinandersetzen zu müssen. Verschleppung scheint für diesen Bereich symptomatisch zu sein – ob es nun um nicht geborgene Atom-U-Boote im Nordmeer geht, um einen Tchernobyl-Sarkopharg, der nur auf dem Papier existiert oder um betretenes Schweigen aus Japan. Sollen sich doch andere Parteien (um nicht zu sagen Generationen) darum kümmern, Atommüll ist geduldig. Auch wenn das alles nicht hier her gehört. Um so lustiger der aktuelle FAZ Artikel (http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/atommuelllager-asse-atommuell-widerrechtlich-eingelagert-11904653.html), wo Teile der Koalition die „Vertreter von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft“ „scharf kritisieren“, mit denen sie sonst nicht nah genug kuscheln und Finanzen ausgleichen können.

Was denkst du?