Stollen in Gorleben (Foto: Piraten Doku)

Besuch in Gorleben. Bergwerk & Castorhalle.

Die AntiAtomPiraten haben Gorleben besucht. Mit dabei der wolfsburger Listenkandidat der Piratenpartei und Energiepolitischer Sprecher, Jürgen Stemke.

Hier der Bericht der „Piratendoku„, die die Piraten für ein Jahr begleiten:

Die Kernindustrie gibt vor, besonders umweltfreundlich zu sein. Foto: piratendoku

Die 600-Einwohner-Gemeinde im äußersten Nordosten Niedersachsens macht einen beschaulichen Eindruck, viel grün, gute Luft, besinnliches Landleben – doch die Idylle ist trügerisch: wir sind in Gorleben, sagenumwobenes Sinnbild für den Kampf gegen Atomkraft und vor allem bekannt wegen des Atommüllzwischenlagers und den dort ankommenden Castortransporten.

Wir begleiten an diesem kühlen und grauen Donnerstag zehn Piraten auf ihrer Erkundungstour durch den viel diskutierten potenziellen Endlagerstandort. Fast 300 Kilometer und drei Stunden Autofahrt nahmen einige Piraten zu frühmorgendlicher Zeit auf sich, um pünktlich um 08:30 Uhr auf dem Gelände des Bergwerks zu sein.

Die Piraten und Mitglieder von Bürgerinitiativen in Bergmannskluft

Wir haben nur die halbe Strecke – und kommen trotzdem zu spät. Wir fragen uns schon, ob die Gorlebener Anlage vielleicht die deutsche Area 51 ist, finden den Eingang aber doch noch. Als wir ankommen, vermitteln die Geologen schon die ersten Informationen über das Erkundungsbergwerk. Wenig später laufen wir über das große, eher unspektakuläre Gelände und schneller als man “Atomkraft? Nein danke!” sagen kann stecken wir in weiten und fast-piratenorangen Overalls, tragen einen Grubenhelm mit Lampe auf dem Kopf und einen Sauerstoffselbstretter lässig wie eine Tasche über der Schulter.

Ein Fahrstuhl bringt uns fast 900 Meter unter die Erdoberfläche. Wir sehen lange, vornehmlich leere Gänge, groß aber akkurat in den Gorlebener Salzstock gesprengt, wir sehen Wissenschaftler, Bergarbeiter, Salzkristalle, Sprenglöcher, wir sehen Fahrzeuge, die über den glattgefahren Salzboden rasen, mächtige Salzbrockenverkleinerungsanlagen und erfahren eine Menge über die Möglichkeiten und Probleme der Lagerung von Atommüll in Salzstöcken.

Gorleben unter Tage

Der Fahrstuhl bringt uns wieder ans Tageslicht – die schmucke Bergmannskleidung müssen wir leider wieder abgeben, doch wir haben viel gesehen, viel erfahren und alle haben ein paar kleine (manche auch eher ein paar mehr und ein paar größere) Salzbrocken als Souvenir mitgenommen. Nach einem stärkenden Mittagessen und abschließeden Informationen zum Erkundungsbergwerk (unterbrochen durch kritische Fragen der Piraten) folgt im Informationszentrum ein Vortrag zum Zwischenlager – doch die oft energisch geführte Diskussion beginnt schon vor Beginn des Vortrags, so dass der Vortrag erst am Ende beginnt und quasi mit dem Anfang endet.

Jetzt wird es spannend: Wir begleiten die Piraten zum Zwischenlager. Nicht jeder darf rein, kurzfristig wird so zum Beispiel mit Verweis auf das LKA einem Piraten der Zutritt verwehrt. Auch der Spitzenkanidat Meinhart Ramaswamy erhielt knapp 24 Stunden vor dem Besichtigungstermin eine unbegründete Absage – wir fahren trotzdem mit ihm zusammen zu der meistdiskutierten Mülldeponie Deutschlands. Schon beim Besuchereingang ist dann für uns leider Schluss – wir waren nicht angemeldet und Filmen ist auf dem Gelände strengstens verboten. Dadurch verpassen wir leider auch, wie Meinhart vom Gelände verwiesen wird.

Spitzenkandidat Meinhart Ramaswamy

Es wäre ein “schönes” Schlussbild gewesen – doch trotzdem hatten wir wieder einmal einen überaus interessanten Tag an einem äußerst spektakulären Ort.

Wer mehr wissen will, sollte sich auf den Film freuen!

Schöne Grüße,
David

Hier ein Trailer des Films.

Spitzenkandidat Meinhart Ramaswamy vermutet, dass er keinen Zutritt erhalten hat, da er letztes Jahr in einem Enthüllungsvideo aufgezeigt hat, dass die Kernindustrie nicht an den Atomausstieg glaubt.

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