Grafik: wissen-was-jeder-macht - Bild Netzpolitik.org 830x320 (Bild: Netzpolitik.org)

Schütze dich vor Spitzel und Spionen

Reblog & Update vom 5. Mai 2013

„Prism” ver­stößt kapi­tal gegen unsere gesell­schaft­li­chen Grund­sätze und Grund­werte.
Dirk Hilbrecht

Nach Bekanntwerden der umfanreichen Spitzel-Praxis der USA stellen sich Fragen.

  • Wer bespitzelt noch?
  • Wie bespitzelt Deutschland die Bürger?
  • Wie können die Menschen ihre Privatsphäre schützen?
  • ..

Sicher macht Internet Spass

Zunächst muss sich jeder selber schützen. Das geht zum Beispiel so (geklaut von Patrick Breyer):

1. Zum Telefonieren anonyme Prepaidkarten nutzen

Um telefonieren und im Netz surfen zu können, ohne jederzeit identifizierbar zu sein, empfiehlt es sich, eine Prepaidkarte zu nutzen, die nicht auf deinen Namen registriert ist. Wie das geht, erklärt die “Tauschbörse für Prepaid-Handykarten”.

Innenminister Friedrich verwendet nach eigener Auskunft 4 Mobiltelefone um sich vor Überwachung zu schützen.

2. Zum Surfen Anonymisierungsdienst nutzen

Um im Internet surfen zu können, ohne jederzeit (schon zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten und ohne richterliche Anordnung) über die IP-Adresse identifizierbar zu sein, empfiehlt sich die Benutzung eines Anonymisierungsdienstes. Einen Vergleichstest solcher Dienste findest du hier.

3. Zum Mailen sicheren Anbieter nutzen

In Anbetracht des Zugriffs der Sicherheitsdienste auf Passwörter zu E-Mail-Konten solltest du deinen Anbieter fragen, ob und wie sicher er dein Passwort verschlüsselt (Infos hier). Du solltest deine Identitätsdaten bei der Anmeldung nicht offenbaren (anonyme Maildienste hier). Du kannst dein Mailprogramm so einstellen, dass E-Mails mit Abruf vom Server gelöscht werden. Du solltest Mails PGP-verschlüsseln (mehr Infos dazu hier).

4. Zum Twittern Alternative nutzen

Twitter zeichnet deine IP-Adresse auf und gibt sie an Behörden heraus. Du kannst in Verdacht geraden, wenn du z.B. illegale Anonymous-Aktionen verfolgst. Blogge nur indirekt über einen speicherfreien StatusNet-Dienst. Lese Tweets ohne dich anzumelden über einen Anonymisierungsdienst.

5. Zum Speichern eigene Datenträger nutzen

Private Daten, Dokumenten, Fotos usw. solltest du nicht bei Online-Speicherdiensten hinterlegen, sondern auf eigenen Datenträgern speichern.

Siehe auch AK Vorrat: Unbeobachtet kommunizieren

Verfassungsklage

Piraten werden gegen die Bestandsdatenauskunft vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Du kannst mit machen! Schon über 12.000 Menschen beteiligen sich an der Klage! Die Bestandsdatenauskunft ermöglicht es, dass die Polizei schon bei einer geringen Ordnungswidrigkeit grundlegende Bürgerrechte übertreten darf.

Patrick Breyer hat bereits erfolgreich gegen die Vorratsdatenspeicherung vor dem Verfassungsgericht geklagt und gegen unsere Regierung gewonnen. Die Piraten haben vor den Verfassungsgerichten noch keine Klage verloren.

Zu den Risiken der Bestandsdatenauskunft Marina Weisband, ehemalige Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei:

Kommentare geschlossen.