Heftiger Protest der CSU gegen Windräder (Zeitungsausschnitt Münchner Merkur / Isar Loisachbote, 23.01.1212) Heftiger Protest der CSU gegen Windräder (Zeitungsausschnitt Münchner Merkur / Isar Loisachbote, 23.01.1212)

Energiewende vor Ort

Aus dem Leak des Regierungsprogramms der CDU/CSU

Energiewende braucht Akzeptanz vor Ort

Das ist richtig. Aber was die CDU/CSU drunter versteht, trägt dem Anspruch nicht Rechnung.

Wir wollen erreichen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich auch finanziell am Ausbau und Nutzen der Netze beteiligen können. [Regierungsprogramms der CDU/CSU]

Ich als Pirat sage: Ich halte es für Falsch, dass die Bürger, die in ihrem direkten Umfeld durch Anlagen oder Leitungen von der Energiewende betroffen sind nur dann davon profitieren können sollen, wenn sie sich finanziell an diesen Anlagen beteiligen. Das ist Asozial, denn nur Menschen mit genügend Mitteln können dies tun. Betroffen sind aber alle. Zudem lässt die Aufforderung zur Beteiligung am Netzausbau es auch zu, dass Menschen sich an Leitungen beteiligen, die sie gar nicht betreffen. Damit wird unter dieser Parole tatsächlich forciert, dass Bürger anderen Bürgern Leitungen vor die Nase setzen. Spätestens nach einem Umzug ist die Beteiligung an der Energiewende vor Ort Makulatur, denn entweder gehören einem entfernte Anteile und/oder man kann bei den Anlagen vor Ort als zugezogener nicht mehr profitieren, da diese ja schon finanziert sind. Das Programm entbehrt jeder vernünftigen Logik, die der Überschrift gerecht wird.

Wenn wir uns auf dezentrale Energiegewinnung konzentrieren, benötigen wir zur Versorgung von Haushalten keinen besonders umfangreichen Netzsausbau. Die benötigten Leitungen stehen schon oder müssen aufgrund ihres Alters ohnehin erneuert werden. Eine solche Erneuerung ist durch Einnahmen der Vergangenheit bereits bezahlt. Wenn wirklich mehr Strom benötigt wird, kann mit geringem Aufwand durch neue Leitungstechniken auf den vorhandenen Trassen die doppelte Strommenge transportiert werden.

Mit einer echten, dezentralen Energiewende bracht man weite Trassen nur noch für Industrie und Stromfernhandel. Die Kosten dafür dem Bürger aufzubürden ist falsch. Die CDU/CSU macht hier nicht Politik für die Menschen, sondern Politik für Konzerne.

Jeder Ort, der derzeit die Stromstärke X verbraucht, könnte problemlos dezentral die doppelte Strommenge produzieren, ohne dass Leitungen ausgebaut werden müssen. Die eine Hälfte kann man vor Ort verbrauchen, die andere Hälfte über die vorhandenen Leitungen abführen. Damit versorgt sich der Ort selbst, das Geld bleibt vor Ort und fließt nicht zu Konzernen nach sonstwohin ab. Obendrauf erhält man noch Einnahmen in etwa gleicher Höhe durch den Verkauf von Energie. Die Region gewinnt gleich doppelt.

Das stärkt die Regionen! Das stärkt die Demokratie!

Weitere Infos

  • Netzausbau der CDU/CSU erfolgt für die Braunkohle

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