Polystyrol-Verkleidung Ganze Stadtteile werden mit dem hoch brennbaren Polystyrol-Hartschaum verkleidet, im Volksmund Styropor genannt, häufig ohne Branschschutzriegel, wie hier in Wolfsburg. (Foto: Jürgen Stemke)

Energieeffizienz & Energieeinsparung

Aus dem Leak des Regierungsprogramms der CDU/CSU

Energieeffizienz erhöhen und Energieeinsparung fördern

Gebäudesanierung

wir [werden] das erfolgreiche CO2-Gebäudesanierungsprogramm fortsetzen.
[Regierungsprogramms der CDU/CSU]

Ich als Pirat sage:
Das Gebäudesanierungsprogramm ist nicht erfolgreich. Das Anbringen von meist Polystyrolplatten (im Volksmund Styropor genannt) auf die Außenseite von Gebäuden führt zu keiner signifikanten Verbesserung des Energiebedarfs. Das sagt inzwischen selbst die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die diese Baumaßnahmen mit 1,8 Mrd. € jährlich finanziert. Das Geld ist verschwendet.

Die Materialien sind Sondermüll. Styropor (u.ä.) ist mit hochgiftigen Brandhemmern versehen, die in der EU verboten sind. Nur für diese Dämmungen gibt es eine Ausnahmegenehmigung. Dass die Wände dennoch brennen wie Zunder zeigen Brände, bei denen Häuser von Außen binnen Minuten abgebrannt sind. Wie für Atommüll gibt es derzeit keine Lösung zur Entsorgung. In etwa 20 Jahren rollt hier ein massives Entsorgungsproblem auf uns zu. Immobilienbesitzer werden für die Entsorgung tief in die Tasche greifen müssen.

Gleichzeitig muss man solche Fassaden alle 5 Jahre mit hochwirksamen Giften behandeln, damit sie nicht veralgen und verschimmeln, denn die Wände werden schnell feucht, ein Paradies für Algen und Schimmel. Diese Gifte werden durch Witterung stetig in das Grundwasser gewaschen, belasten Gewässer und Trinkwasser. Dort bereiten sie bereits heute erhebliche Probleme. Lebewesen in Gewässern sterben ab, das Trinkwasser wird nur auf einen Teil dieser Gifte untersucht.

Diese Art von Hausbau ist verantwortungslos.

Kunststoff-Fassaden brennen im Brandfall trotz formaler Brandhemmung großflächig und schnell von außen ab. Die Fassade wird zum Brandbeschleuniger. Beim Brand wird hochgiftiges, krebserregendes Dioxin freigesetzt. Oft werden Brandriegel zur Brand-Eindämmung nicht eingebaut. Wenn sie eingebaut sind zeigen sie in der Praxis keine Wirkung. Die Häuser werden zur Feuerfalle. Es gab bereits Tote. In Delmenhorst sind 5 benachbarte Häuser von außen abgebrannt, nach einem Feuer in einer Mülltonne vor einem Haus. In Berlin hat ein Hauseigentümer nach einem Brand mit Todesfall eine Sprinkleranlage zum Löschen der Fassade installiert.

Ich kann jedem nur empfehlen, nicht im „Styropor-Haus“ zu wohnen.

Ich als Pirat sage:

Wir brauchen Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes, die umweltverträglich sind und wirken!

Das kann zum Beispiel durch Verwenden von wärmespeichernden Materialien geschehen, wie Holz, Gips, Ton/Lehm. Auch Kombinationen mit Stroh oder Schilf sind sehr wirkungsvoll. Traditionelle Materialien sind gesund und umweltverträglich. Eine solche Fassade ist über lange Jahre wartungsfrei, die Häuser überstehen nachgewiesenermaßen Jahrhunderte.

Bei der Heizung müssen wir langfristig auf CO2-freie Wärmequellen umsteigen. Dänemark ist hier Vorreiter. Dort dürfen neue Heizungen keine fossilen Brennstoffe verfeuern. Auch bei der Heizungsmethode gibt es gesunde alternativen zur derzeitigen Beheizung der Raumluft.

Steuererleichterungen

Über eine steuerliche Förderung wollen wir zusätzliche Anreize für private Investitionen bei der Gebäudesanierung auslösen.
[Regierungsprogramms der CDU/CSU]

Die CDU/CSU möchte Verbesserungen bei der Gebäudesanierung durch Steueranreize fördern.

Was die CDU/CSU möchte ist Asozial und behindert eine energetische Sanierung. Menschen mit einem hohen Einkommen werden bei der Sanierung mehr unterstützt, Menschen mit geringem Einkommen, die besonders auf Unterstützung zur Sanierung angewiesen sind, erhalten kaum oder keine Unterstützung. Christlich und sozial ist das nicht.

Ich als Pirat sage:
Wir brauchen eine Förderung, die sich am Bedarf für die Maßnahmen und an der Notwendigkeit zur Unterstützung orientiert. Wichtig ist, dass die Maßnahmen wirksam und umweltverträglich sind.

Weitere Infos:

4 Kommentare

  1. 1

    Vor 15 Jahren hat man mit Styropor gedämmt. Heute macht man das mit Mineraldämmplatten.
    Gruß Mat

    • Dipl. Ing. Jürgen Stemke

      Die meisten nehmen heute Styropor. Bei mir in der Gegend werden alle Mietsblöcke mit dem Brandbeschleuniger Styropor verkleidet, ohne Brandriegel

      Styropor deutlich billiger und leichter zu verarbeiten, dennoch unwirtschaftlich.

      „Dämmt“ man mit solchen Stoffen von außen, hat man grundsätzlich das Problem, dass man Biozide verwenden muss oder ein Biotop auf der Wand hat. Bei Minusgraden kommt als Problem dazu dass Tauwasser auf der Wand gefriert, was Risse begünstigt. Dringt dann Wasser in Mineraldämmplatten ein, ist die Wirkung dahin, die Wand wird feucht und man bekommt ein Biotop und oft innen Schimmel. Die Entsorgung von Mineralfaserplatten besteht im Deponieren, das Material wird also ewig in der Umwelt rum liegen.

      Alles Probleme, die man mit natürlichen, wärme speichernden Materialien, die atmen und damit auch trocknen können nicht hat.

  2. 2

    Ich kann nur meine persönliche Erfahrung zu besten geben:
    Wir haben auf unserem Firmengebäude im Jahre 1987 120mm Styropor augebracht. Das Material ist vollflächig verklebt und mit Dübeln in der Wand befestigt. Mit einem Haftvermittler wurde ein Netz aufgeklebt. Danach wurde Kunststoffputz in2 Schichten aufgebracht. Seit damals wurde die Fassade 4x mit Fassadenfarbe gestrichen. Es gibt minimalen Algenbefall in den Poren des Strukturputzes. Die Wände sind nach wie vor trocken. In Verbindung mit der modernen Brennwert-Ölheizung und den 200 mm Dämmung unseres Flachdaches haben wir den Ölverbrauch von ca. 8500 Litern pro Jahr 1986 auf etwa 2400 Litern pro Jahr 2014 gedrückt. So ganz sinnlos scheint die Sanierung also nicht zu sein. Über TCO mag ich natürlich noch keine Aussage treffen.

    • Dipl. Ing. Jürgen Stemke

      Hallo,
      die Intervalle zur Fassadenpflege entsprechen den Vorgaben, etwa alle 5 Jahre den Giftmantel zu erneuern, da dieser dann ausgewaschen ist. Hier eine Übersicht über Instandhaltung verschiedener Fassadensysteme: http://www.konrad-fischer-info.de/oekobau3.htm Wenn man die Fassade nicht pflegt, passiert ggf. das: http://www.konrad-fischer-info.de/7fehrtab.htm

      Dass bei euch Algenbefall vorhanden ist zeigt, dass die Fassade mindestens leicht feucht ist. Das liegt daran, dass das Bauwerk in der Nacht schnell auskühlt und dann morgens oder auch schon abends sich Tauwasser nieder schlägt. Am Tag muss dann zunächst die Fassade trocknen, was diese erst mal weiter kühlt. Reicht das Gift in der Farbe nicht mehr, weil es abgewaschen wurde, dann algt es. Das abgwaschene Gift wirkt dann in Grundwasser und Gewässern weiter. Siehe Filmbeiträge oben. Durch die hohen Temperaturschwankungen an der Oberfläche der Fassade wird diese auch extrem belastet. Die Wärmeausdehnungskoeffizienten der verwendeten Materialien müssen sehr genau aufeinander abgestimmt sein, sonst kommt es leicht zu Rissen oder gar zu kompletten Ablösungen.

      Wie wird die Entsorgung der Fassade sicher gestellt? Ich meine zu wissen, dass sie als Sondermüll abgeführt werden muss, da bei einer Verbrennung die (sonst verbotenen) Brandhemmer gefährliche Stoffe frei setzen. Den fraglichen Brandschutz solcher Fassaden sehe ich ebenfalls sehr kritisch. Es sind in der Vergangenheit schon ganze Wohnblocks über mehrere Häuser von außen abgebrannt.

      Da Heizung, Fassade und Dach gleichzeitig getauscht wurden, ist es schwer zu sagen, welche Maßnahme wie sehr zur Heizkosteneinsparung beigetragen hat.

Was denkst du?