U18: Piraten 4.-stärkste Kraft

Junge Menschen wählen änder5.

Liebe Leute, wenn ihr noch nicht wählen dürft, redet mit euren Eltern und Bekannten, warum ihr Piraten wählen würdet.
Jürgen Stemke

Das Projekt U18 hatte zu dieser Bundestagswahl Zuspruch wie nie zuvor. Nach vorläufigen Ergebnissen haben 175.492 junge Menschen unter 18 Jahren teil genommen und Ihre Stimmen abgegeben, wie wenn sie schon mit wählen dürften. 2009 waren es 127.000 Jugendliche.

Die Piraten wären im Parlament der Jugend die viert stärkste Kraft und würden mindestens 86 Sitze erhalten. Sie gehören damit zusammen mit der CDU zu den Stimmengewinnern. Zu den Verlieren gehört die Demokratie, denn 17,4% der jungen Wähler würden aufgrund unseres Wahlsystems keine Vertreter im Bundestag haben (Summe aller Stimmen, die keiner Partei im Parlament zugeordnet sind).

Partei Stimmen (Änderung zu 2009) Sitze
CDU/CSU 27,40% (+41,6%) 192
SPD 20,32% (-0,6%) 142
GRÜNE 17,57% (-12,2%) 123
PIRATEN 12,32% (+41,6%) 86
LINKE 7,84% (-24,3%) 55
FDP 4,60% (-39,5%)
Sonstige 9,95% (-26,5%)
Äußerer Ring: Wahlergebnis (nur gültige Stimmen gezählt); Innerer Ring: Sitze im Bundestag.
Aufgrund der 5%-Hürde hat ein erheblicher Teil der Wähler keine Repräsentanten im Bundestag, die im Bundestag eingezogenen Parteien sind um ca. 17% überrepräsentiert.
(17% = Sonstige + FDP + ungültig abgegebene Stimmen = Wähler ohne Repräsentanz im Parlament)

Die CDU erhält als stärkste Kraft 32% der Sitze im Bundestag. Theoretisch würde das reichen, um zusammen mit jeder anderen Partei außer der Linken eine Regierungskoalition zu bilden. SPD und Grüne hätten zusammen keine absolute Mehrheit. Sie kämen mit 36,6% der Wähler-Stimmen auf 44,3% der Sitze.

Die Piraten stünden vermutlich nicht für eine Koalition zur Verfügung, denn wir lehnen den damit einhergehenden Koalitionszwang ab. Warum dieser ebenfalls der Demokratie schadet, habe ich in meinem Artikel „Demokratie wagen“ ausgeführt. Würden sie mit Rot-Grün koalieren, würde diese Koalition 48,5% der Wähler-Stimmen vereinen und damit 58,8% der Sitze im Parlament besetzen.

Die Wahlergebnisse der U18-Wahl weichen teilweise deutlich von der Prognose zur Wahl der Jugendlichen ab.

Partei Stimmen (Änderung zur Prognose) Prognose Infratest
CDU/CSU 27,40% (-23,9%) 36%
SPD 20,32% (-15,3%) 24%
GRÜNE 17,57% (-2,4%) 18%
PIRATEN 12,32% (+36,9%) 9%
LINKE 7,84% (+96,0%) 4%
FDP 4,60% (+53,3%) 3%
Sonstige 9,95% (+65,8%) 6%

Die CDU wurde in den Prognosen absolut gesehen am deutlichsten überbewertet. Die anderen Ergebnisse liegen in einem Fehler-Korridor von unter 4 Prozentpunkten, so wurden die Piraten von Infratest um 3,3 Prozentpunkte unterschätzt.

Das Ergebnis zeigt, dass die CDU bei jungen Menschen deutlich geringeren Rückhalt hat, als bei Erwachsenen. Die Zeit arbeitet für die Piraten. Diese zählen zu den eindeutigen Gewinnern der U18-Wahlen.

Das Ergebnis zeigt aber auch, dass die 5%-Hürde ein schwerer Bug in unserer Demokratie darstellt, denn sie sorgt dafür, dass bei diesem Ergebnis bald ein Fünftel der Wähler keine Vertretung im Parlament haben würden.

Links

  • U18 
  • U18 (2009)
  • Demokratie wagen
    Warum die aktuelle Politik die Mehrheit der Bürger nicht vertritt und wie man das ändern kann.

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